21. Februar 2026 | Fruchtwelt Bodensee, Friedrichshafen
Es war ein Samstagnachmittag mit Symbolkraft: Um 16.00 Uhr fiel auf der Fruchtwelt Bodensee in Friedrichshafen offiziell der Startschuss zum Wettbewerb Cocktail des Jahres 2026 – und damit zum wohl ambitioniertesten Vermarktungsprojekt, das die Obstbrenner Baden-Württembergs je auf den Weg gebracht haben.
Ein Projekt, zwei Jubiläen, eine Vision
Hinter dem Wettbewerb steht das Projekt «Regionale Cocktails – Kulturerbe und Natur im Einklang», getragen von den drei Landesverbänden der Obst- und Kleinbrenner in Baden-Württemberg: Badens Brenner e.V., dem Landesverband der Klein- und Obstbrenner Nord-Württemberg e.V. und dem Verband der Klein- und Obstbrenner Südwürttemberg-Hohenzollern e.V. Ermöglicht wurde es durch die Initiative von Sarah Schweizer (MdL, CDU) sowie der CDU-Landtagsfraktion, die das Projekt mit Mitteln aus dem Staatshaushaltsplan 2025/2026 in Höhe von 220.000 Euro fördert.
Das Timing ist kein Zufall: 2025 wurde die handwerkliche Brennkunst von der Deutschen UNESCO-Kommission offiziell als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Und 2026 feiern die Brennerinnen und Brenner Baden-Württembergs im Rahmen der Heimattage in Oberkirch 300 Jahre Brennrecht. Beides verleiht dem Projekt eine Bedeutung, die weit über den Wettbewerb hinausreicht.
Die Auftaktveranstaltung
Die Auftaktveranstaltung auf der Cocktailbühne in Halle B2 vereinte, wer in der badisch-württembergischen Brennerwelt Rang und Namen hat: Destillatkönigin Anna Steinmann aus Sommerhausen und Destillatprinzessin Denise Meyer aus Lautertal gaben dem Abend eine festliche Note. Verbandspräsident Ulrich Müller (Badens Brenner), Karl Müller (Nord-Württemberg), Andreas Metzler (Südwürttemberg-Hohenzollern) sowie BDKO-Präsident Alois Gerig unterstrichen mit ihrer Anwesenheit das Gewicht des Anlasses. Moderiert wurde die Veranstaltung von Uwe Baumann aus Lahr.

Arthur Nägele und Patrick Braun von der Spirituosenakademie begleiteten die Auftaktveranstaltung fachlich – und sorgten am Stand wie auf der Bühne dafür, dass die Idee hinter dem Projekt nicht nur erklärt, sondern auch erlebbar wurde: in Form von handwerklich gemixten Cocktails auf Basis regionaler Obstbrände, die zeigten, was möglich ist, wenn Produkt und Barkultur zusammenkommen.
Was der Wettbewerb bietet
Einreichen kann, wer Freude am Experimentieren hat – und einen Obstbrand oder Geist aus Baden-Württemberg als Bestandteil seines Rezepts einsetzt. Zugelassen sind Sortenbrände, sortenreine Brände, sortenreine Edelbrände sowie Geiste, die nachweislich in Verbindung mit Obst, Früchten, Nüssen oder Kräutern aus der Region hergestellt wurden.
Drei Kategorien stehen offen: für Bar-Profis, für Brennerinnen und Brenner sowie für ambitionierte Hobby-Barleute. Eingereicht werden können Short- und Longdrinks gleichermaßen.
Einsendeschluss ist der 31. Juli 2026. Die Prämierung findet im Herbst 2026 im Rahmen der Heimattage-Feiern anlässlich der Brennsaisoneröffnung in Oberkirch statt.
Alle Teilnahmebedingungen sowie eine wachsende Rezeptdatenbank finden sich unter: www.cocktail-bawue.de
Warum das mehr als ein Wettbewerb ist
Rund 8.000 Brennerinnen und Brenner sind in den drei Landesverbänden organisiert. Sie sind Hüterinnen und Hüter von Streuobstwiesen, regionaler Biodiversität und einer Handwerkskunst, die nun offiziell zum UNESCO-Kulturerbe gehört. Der Wettbewerb ist der Versuch, all das in eine zeitgemässe Form zu übersetzen – und in die Gläser einer neuen Generation von Genussmenschen zu bringen.
Die Spirituosenakademie ist dabei nicht nur fachlicher Begleiter, sondern inhaltliche Triebkraft: durch Schulungen, Impulsvorträge und die Entwicklung von Rezeptkonzepten, die Brennerinnen und Brenner direkt in ihrer Vermarktungsarbeit einsetzen können.
